LuftHygienePro Blog

Strömungssimulationen zur Optimierung der Aufstellung von Luftreinigungsgeräten

Der theoretische Physiker Kai Wenz beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Strömungsmechanik und ist seit dem Jahr 2020 für das Dortmunder Unternehmen IANUS Simulation GmbH tätig. Dort ist er unter anderem Teamleiter des Aerosol-Projekts „Strömungscheck“, welches sich mit der Aerosol-Ausbreitung in geschlossenen Räumen beschäftigt. Die Firma IANUS wurde 2006 gegründet und ist ein Experte auf dem Gebiet der 3D CFD-Strömungssimulationen. Die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen ermöglicht es IANUS, neueste Forschungsentwicklungen auf industrielle Maßstäbe zu heben und marktfähig zu machen.

Gastbeitrag von Kai Wenz
Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Luftreinigungsgeräten stark zugenommen. In geschlossenen Räumen stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zum regelmäßigen Stoßlüften dar, um die Virenkonzentration zu senken und das Infektionsrisiko zu minimieren. Damit die Geräte aber ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie optimal im Raum positioniert werden. Nur so ist gewährleistet, dass die Raumluft effizient umgewälzt wird und in kurzer Zeit ein möglichst großes Luftvolumen entkeimt werden kann.

Strömungen halten oftmals Überraschungen bereit

Luftreiniger werden üblicherweise nicht nach Zweckmäßigkeit, sondern nach einfachen Aspekten, wie der nächsten freien Steckdose oder einer möglichst unauffälligen Position, aufgestellt. Ein schlechter Standort kann beispielsweise zu Wirbelbildungen in der Luftströmung führen. weiterlesen…

Methoden zur Wiederverwendung von FFP2-Masken im Heimgebrauch

Dass FFP2-Masken – wenn sie richtig getragen werden – vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, ist bekannt. Wie oft aber darf eine Maske wiederverwendet werden? Und wie wird man Erreger, die sich nach dem Tragen in der Maske befinden, zuverlässig wieder los? Die FH Münster, Fachbereich Gesundheit, arbeitete in einer Studie an geeigneten Verfahren zur richtigen Reinigung von FFP2-Masken. Drei Methoden waren wirkungsvoll.

Aufbau einer FFP2-Maske

Für die Desinfektion von Masken bedarf es ein wenig Vorwissen zum Aufbau. Denn bei falscher Durchführung der Reinigungsprozesse kann die Maskenstruktur beschädigt und die gewünschte Filterleistung beeinträchtigt werden. FFP2-Masken haben unterschiedliche Formen und Haltebänder und bestehen aus mehreren Lagen. In der Mitte befinden sich meistens zwei bis drei Lagen eines Filtervlieses (sogenannter Meltblown Vlies). Das Filtervlies hat eine elektrostatische Ladung. Diese ermöglicht es, feinste Aerosole festzuhalten, die durch die reine Faserdichte des Gewebes nicht aufgefangen werden.

SARS-CoV-2 auf oder in FFP2-Masken

Ist eine Maske mit SARS-CoV-2-Viren in Berührung gekommen, halten sich die Viren bei einer Raumtemperatur zwischen 19 und 21 Grad Celsius ziemlich stabil über mehrere Tage. Die FH Münster fand in der Studie heraus, dass Masken sogar nach einer Stunde bei 70 Grad Celsius trockener Hitze noch immer infektiös sind. Deswegen empfiehlt sich für die Desinfektion eine Temperatur von 80 bis 100 Grad Celsius. Höhere Temperaturen zerstören zwar ebenso SARS-CoV-2, aber auch das filternde Maskenmaterial. Ebenso gilt die Empfehlung, Masken nicht an aufeinanderfolgenden Tagen zu tragen.

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Die Bedeutung der Luftfiltration als Teil der Hygienestrategie

Die Raumluft kann mit mikroskopisch kleinen Partikeln, wie Staub, Bakterien, Viren, Schimmelpilzen, Gasen und VOCs verschmutzt werden. Da wir bis zu 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen verbringen, ist es wichtig, dass die Raumluft kontinuierlich gereinigt wird und Luftschadstoffe entfernt werden. Dies gilt besonders für sensible Bereiche, wie zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegeheime oder Arztpraxen. Ist kein fest installiertes Lüftungssystem vorhanden, bieten mobile Luftreiniger eine praktische Lösung. Sie filtern mehr als 99,95 Prozent (Europäischer HEPA 13-Standard) der Schadstoffe aus der Luft. Worauf es bei Luftreinigern ankommt, erklärt Nicola Cassanelli, Hygiene-Experte bei Rentokil Initial.

Richtlinien für bessere Luftqualität

Im März 2020 startete das US-amerikanische International WELL Buildings Institute eine Task Force zum Thema COVID-19 und anderen Atemwegsinfektionen. Über 540 globale Vordenker und Behörden aus den Bereichen öffentliche Gesundheit, Medizin, Design, Immobilien, Regierung und Wissenschaft haben sich zusammengesetzt. Herausgekommen sind acht neue Richtlinien mit bewährten Strategien zum Gebäudemanagement. Das Strategiedokument zeigt den Weg in eine sicherere Zukunft. Die erste Richtlinie zielt auf eine bessere Allgemeinhygiene, die zweite auf die Verbesserung der Luftqualität ab.

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Masken-Check: Wie gut schützen FFP2- und medizinische Masken

Jeder hat sie. Jeder ist verpflichtet, sie zu tragen. Und das ist auch gut so, fand das Max-Planck-Institut in einer jüngsten Studie heraus. Diese weist das maximale Risiko einer Coronainfektion für verschiedene Szenarien mit und ohne Masken aus. Fakt ist: Eine ungeimpfte Person, die in der Atemluft eines Infizierten steht, steckt sich sogar bei drei Meter Abstand mit fast 100-prozentiger Sicherheit an.

Seit April 2020 ist das Tragen einer Maske beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr in der ganzen Bundesrepublik Pflicht. Wie hilfreich diese Maßnahme ist, fand das Team des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen in einer umfassenden Studie heraus. Die Ergebnisse waren teilweise sehr überraschend, denn trotz einer Distanz von drei Metern und der verdünnten Atemluft, die nur noch wenige infektiöse Partikel enthält, bleibt ein enormes Ansteckungsrisiko. Vor allem „wenn man Infizierten mit einer hohen Viruslast, wie sie bei der vorherrschenden Delta-Variante des Sars-CoV-2-Virus auftritt, für ein paar Minuten begegnet und keine Maske trägt“, sagt Eberhard Bodenschatz, Direktor Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen.

Masken bieten effektiven Infektionsschutz

Der Schutz von medizinischen und FFP2-Masken ist sehr effektiv. Sie filtern infektiöse Partikel besonders wirkungsvoll heraus. Besonders, wenn sie korrekt getragen werden. Das heißt, dass an den Rändern der Masken möglichst wenig Luft aus- und einströmen darf.

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Lufthygiene

Aerosolforscher Scheuch: „Wir müssen das Lebensmittel Luft mehr schätzen lernen“

Aerosolforscher Dr. Gerhard Scheuch fordert im Interview mit LufthygienePro mehr Unterricht im Sommer und mehr Freizeit für Schüler*innen im Winter. Neue Bundesregierung soll sich um mobile Raumluftfilter für Alten- und Pflegeheime kümmern.

Dr. Gerhard Scheuch

Dr. Gerhard Scheuch

Wissenschaftler forschen bereits seit Jahren zu Aerosolen und Lufthygiene. Die Lufthygiene ist daher kein wissenschaftliches Nischenthema mehr, denn frische Luft im Innenraum ist wichtiger als je zuvor. Zu ungeahnter Popularität kamen diese Themen jedoch erst mit der Corona-Pandemie. Zusammen mit meiner Kollegin Katharina Nilges konnte ich mit einem der führenden deutschen Aerosolforscher, Dr. Gerhard Scheuch, Geschäftsführer der BIO-INHALATION GmbH, über Lufthygiene in Innenräumen sprechen. Gerhard Scheuch verfügt als Biophysiker über internationales Renommee in der Aerosolmedizin. Er ist Regulierungsexperte bei der EMA und Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten großer Pharmaunternehmen sowie ehemaliger Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin (ISAM).

Kausch: Zu Beginn dieses Jahres sagten Sie, dass die Infektion über Aerosole nur dann wahrscheinlich sei, wenn man sich fünf bis fünfzehn Minuten sehr dicht bei einem Infizierten aufhält. Stimmt diese Aussage bei heutigem Kenntnisstand und der grassierenden Deltavariante des SARS-Cov2 Virus noch?

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Der Elektrofilter als Virenkiller

Gesunde Luft ist das wichtigste Nahrungsmittel das Menschen, Tiere und Pflanzen für sich in Anspruch nehmen. Doch dieser Faktor ist immer mehr in Gefahr. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Nachkriegswohnungsbau erhöhte der Mensch die Konzentration von schädlichen Stoffen in der Natur und geschlossenen Räumen. In den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts kamen noch antibiotikaresistente Keime sowie Bakterien und Viren in Krankenhäuser – zuletzt SARS-CoV-2 – als Gefahrenquelle hinzu.

Dr. Werner Tenk als Geschäftsführer und Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates der EFS Elektrofiltersysteme GmbH forscht seit 2003 an einem sicheren und effizienten Verfahren zur Schaffung gesunder Luft. Hierbei setzt der Ingenieur und Unternehmer mit seinen langjährigen Erfahrungen aus der Schadstoffsanierung auf innovative und elektrophysikalische Verfahren zur Tötung und Inaktivierung von Viren, Bakterien und Schadstoffen.

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Checkliste: Anschaffung mobiler Luftreiniger

Der Einsatz von mobilen Luftreinigern zur Verbesserung der Lufthygiene in geschlossenen Räumen ist sinnvoll, muss aber gut geplant werden. Erst wenn Sie eine Reihe von Kriterien bei der Anschaffung  berücksichtigen, können die Luftreiniger ihre volle Wirkung entfalten.

Um Sie dabei zu unterstützen, bieten wir Ihnen eine Checkliste an. Sie beinhaltet grundlegende Punkte, die Sie bei der Auswahl Ihres Geräts prüfen sollten. weiterlesen…

Raumluftfilter

Mobile Luftreiniger – Schweizer Messer der Lufthygiene?

Es ist eine Frage, die viele von uns bewegt: Wie schaffe ich es, das Infektionsrisiko durch Aerosole in meinem Büro, meiner Praxis, meinem Laden oder im Klassenzimmer zu reduzieren? Regelmäßiges, geplantes und richtiges Lüften ist dabei zentral. Lässt man die Diskussion um das Ansteckungsrisiko in Klassenräumen Revue passieren, drängt sich oft der Eindruck auf, dass Luftfilter oder Luftreiniger in Schulräumen als Allheilmittel für eine gute Raumlufthygiene betrachtet werden.

Mobile Luftreiniger – oft auch als dezentrale Luftreiniger bezeichnet – können die klassische Raumlüftung sinnvoll ergänzen, wenn keine zentrale Lüftungsanlage vorhanden ist oder die bestehende zentrale Lüftungsanlage nicht in Bezug auf das Thema Aerosole und Virenreduktion angepasst werden kann. Das Angebot an mobilen Luftreinigern wächst beständig. Eine Marktübersicht gibt es zum Beispiel hier auf dem Portal LufthygienePro.

Hinsichtlich der Funktionsprinzipien lassen sich dezentrale Luftreiniger grob in vier Gruppen unterteilen: Luftwäscher, UVC-Reiniger, Luftreiniger mit Filter und Ionisatoren. weiterlesen…

Impfnadel im Arm

Geimpfte: Gleiche Viruslast, aber vermutlich weniger infektiös

Können Geimpfte das Coronavirus weitergeben – und falls ja, wie ansteckend sind sie? Seit Wochen beschäftigt diese Überlegung Medizin, Politik und Gesellschaft gleichermaßen und befeuert das Für und Wider von Impfungen. Für etwas mehr Klarheit könnte eine neue Studie aus England sorgen, über die der österreichische Mikrobiologe Martin Moder auf Twitter berichtet.

Laut Preprint der Studie halbiert bereits die erste Impfdosis die Wahrscheinlichkeit, einen Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken. Zwar sei im Rachen von Geimpften und Nichtgeimpften unter Umständen die gleiche Viruslast zu messen, die Viren geimpfter Personen seien allerdings nicht so vermehrungsfähig wie die Ungeimpfter. weiterlesen…

Gute Luftqualität im Innenraum ist nicht allein mit Zimmerpflanzen zu erreichen

Richtwerte für gutes Raumklima

Die Luftqualität in Innenräumen ist seit der Corona-Pandemie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Hinweise und Leitfäden, wie man Räume richtig lüften soll, um die Aerosol-Konzentration und damit das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 zu verringern, gibt es zu genüge, wie zum Beispiel jene von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Legt man zur Bewertung einer guten und vor allem gesunden Raumluft nur die Aerosol-Konzentration als Kriterium an, greift dies zu kurz. In der Innenraumluft können eine Vielzahl von Substanzen auftreten, die in zu hoher Konzentration die Gesundheit beeinträchtigen oder sogar schädigen können.

Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte (kurz AIR) beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Als Arbeitsgruppe des Umweltbundesamtes legt er bundeseinheitliche Richtwerte, hygienische Leitwerte und risikobezogene Leitwerte zur gesundheitlichen Bewertung der Innenraumluft fest. Diese Werte für verschiedene Einzelsubstanzen, die in der Luft vorkommen können, erlauben eine quantitative Bewertung und legen folglich fest, ab wann sich eine bestimmte Substanz in der Raumluft negativ auf die Gesundheit der Personen im Raum auswirken kann. weiterlesen…