Aerosol-Experten geben grünes Licht für Public Viewing zur Fußball-EM

Die Fußball Europameisterschaft 2021 steht in den Startlöchern: Bereits morgen findet das Eröffnungsspiel Türkei gegen Italien statt. Am kommenden Dienstag greift dann auch die deutsche Fußballnationalmannschaft ins Geschehen ein. Und spätestens dann stellt sich für viele die Frage: „Wie und wo kann ich trotz Corona mit meinen Freunden Fußball schauen?“. Ist ein Sommermärchen 2021 mit großem Fußball-Fest überhaupt in der Pandemie möglich?

Klares Ja zu Outdoor-Public-Viewing

Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch gibt in seinem Interview mit dem WDR ein klares „Go“ für das Public Viewing zur Fußball-EM. Da die Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus in geschlossenen Innenräumen deutlich höher ist, geht seine Empfehlung deutlich zur Open-Air-Variante (Ein ausführlicher Beitrag zur Studie, auf der diese Empfehlung beruht, ist hier abrufbar). Gegen ein gemeinsames Anfeuern der Nationalmannschaft im Freien sei nichts einzuwenden. „Public Viewing ist die absolut bessere Alternative zum Fußballgucken vorm eigenen Fernseher mit fünf, sechs Kumpels zu Hause“, so Scheuer im Gespräch mit dem WDR weiter. Es können zwar an der frischen Luft vereinzelt Infektionen mit dem Corona-Virus stattfinden, aber sogenannte Cluster-Infektionen seien im Feien sehr unwahrscheinlich.

AHA-Regeln auch beim Public View wichtig

Um das Ansteckungsrisiko trotzdem so gering wie möglich zu halten, sollten zusätzlich die AHA-Regeln eingehalten werden. Man solle mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten und sich von überfüllten Orten fern halten. Wenn sich der Aufenthalt in einem geschlossenen Raum nicht vermeiden lässt – wie beispielsweise beim Besuch der Toilette – sollte darauf geachtet werden, dass diese gut belüftet sind.

Ansteckungsgefahr Torjubel?

Wenn die eigene Mannschaft ein Tor schießt, sind die Abstandsregeln im Überschwang der Gefühle schnell mal vergessen. Auf Kosten der Gesundheit? Scheuch gibt im Gespräch auch hier Entwarnung: Gegen einen kurzen Torjubel sei im Freien nichts einzuwenden. Da man sich in den Armen liege, würden die Aerosole ja quasi aneinander „vorbeigepustet“. Bisher seien Ansteckungen außerhalb geschlossener Räume nur dann aufgetreten, so Scheuch weiter, wenn die Personen sich rund 15 Minuten vis-a-vis gestanden hätten.

Inzidenz bestimmt Personenanzahl und Lokalität

Die Größe der Party – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum – wird durch die aktuell vorherrschende 7-Tages-Inzidenz vor Ort bestimmt. Zudem ist sie auch die maßgebliche Größe dafür, ob und wie Restaurants und Biergärten öffnen dürfen sowie dafür, ob es eine Sperrstunde gibt.

Das vollständige Gespräch mit Gerhard Scheuch ist hier nachzulesen bzw. nachzuhören.

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