Drei Faktoren erhöhen das Risiko, dass man zum Superspreader wird

Der Hauptübertragungsweg des Corona-Virus von Mensch zu Mensch ist bekannterweise jener über Aerosole. Die Viren nutzen dabei diese kleinsten Schwebeteilchen, die von Menschen mit jedem Atemzug ein- und ausgeatmet werden, um sich zu verbreiten. Bisher war es jedoch ein Mysterium, warum manche Menschen infektiöser sind als andere. Denn laut aktuellem Forschungsstand sind nur eine kleiner Anteil aller mit dem Covid-19-Virus Infizierten – die sogenannten Superspreader –  für einen Großteil der Ansteckungen verantwortlich.

Superspreader: Knapp ein Fünftel der Probanden produzieren 80 Prozent der Aerosole 

Ein Team aus Forschern der Universität Harvard haben diese Personengruppe nun genauer unter die Lupe genommen. Dazu haben sie Probanden zwischen 19 und 66 Jahren, die nicht mit dem Corona-Virus infiziert waren, untersucht. Mit zugehaltener Nase atmeten die Studienteilnehmer in das Mundstück eines Detektors. So wurden die ausgestoßenen Partikel aufgefangen und analysiert. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass lediglich 18 Prozent der Untersuchten für sage und schreibe 80 Prozent der gesamten ausgestoßenen Aerosole gesorgt haben. Zudem haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass im wesentlichen drei Faktoren dazu führen, dass man als Superspreader in Frage kommt:

  1. Alter
  2. Ernährungsgewohnheiten
  3. Lungeninfektionen

Zusammenhang Alter und BMI

Die Forscher der Harvard University konnten in ihrer Studie einen Zusammenhang zwischen dem Alter und dem Gewicht herstellen: Personen unter 26 Jahren mit einem geringen Body-Mass-Index (BMI) gelten daher als sogenannte „Low Spreader“, die nur wenige Aerosole ausgestoßen haben. Ältere Menschen mit höherem BMI hingegen würden – so die Forscher weiter – mehr Aerosole ausstoßen. Im Rahmen der Studie konnte so ein klarer Zusammenhang zwischen dem Alter und Gewicht hergestellt werden: Je älter und höher der BMI der untersuchten Person, desto höher der Aerosolausstoß. Als dritten Faktor, der eine erhöhte Aerosol-Produktion begünstigt, haben die Forscher Atemwegsvorerkrankungen identifiziert.

Der vollständige Forschungsbericht wurde im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

 

 

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