Das erste Coronavirus im 3D-Scan

Im Internet kursieren viele Modelle und Illustrationen zum Corona-Virus. Meistens wird es als buntes „Stachelmonster“ dargestellt. Das Problem ist aber:  Coronaviren sind extrem klein. Sie haben einen Durchmesser von 80 bis 140 nm, also ca. 100 Millionstel Millimeter.

Forschern der Tsinghua-Universität in Peking gelang im Januar im Zusammenarbeit mit Experten der King Abdullah University of Science and Technology in Thuwal, Saudi-Arabien und mit Technikern der Wiener Firma Nanographics eine erste 3D-Fotografie eines SARS-CoV-2-Virus. Dabei wurde ein gefrorenes Viruspartikel in einer einzigen Kryo-Elektronentomographie eingescannt. Bisherige Abbildungen des Virus wurden stets aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt.

Video des 3D-Scans eines SARS-CoV-2-Virus von Nanographics

Hierzu schreiben die Experten von Nanographics: „Unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Tsinghua Universität scannten SARS-CoV-2-Virionen mit der Cyro-Elektronentomographie (Cryo-ET), um Bilder des Virus in extremer Auflösung zu erhalten. Allerdings waren diese Bilder noch zu verrauscht, um in 3D dargestellt zu werden. Mit Hilfe unserer Kollegen an der KAUST konnten wir diese Scans in eine beeindruckende Visualisierung umwandeln, die die Form der SARS-CoV-2-Virionen zeigt. Indem wir verschiedene Teile der Viruspartikel identifiziert und mit künstlichen Farben eingefärbt haben, sind wir in der Lage, Ihnen zum ersten Mal echte Coronaviren in noch nie dagewesenem Detail zu zeigen.“

SARS COV 2 Virus

Scan des SARS COV 2 Virus. Nanographics GmbH. (CC BY 4.0)

Die unterschiedlichen Bereiche des Virus haben sie markant eingefärbt: Für die Spikes, die für das Anhaften des Vrus an die Wirtszellen zuständig sind,  wählten sie Rosa. Den Rest des Virus haben sie blau eingefärbt.


Quelle: Nanographics

 

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