Herdenimmunität in weiter Ferne?

Bisher galt die Verfügbarkeit von Impfstoff gegen Covid-19 als Knackpunkt der Pandemie-Bekämpfung. Denn sobald genügend Menschen geimpft sind – also mit dem Erreichen der sogenannten Herdenimmunität, so die langläufige Meinung – sollte die Pandemie besiegt sein. Eine Rückkehr vom „New Normal“ zu unserem „alten Alltag vor Corona“, ohne Mundschutz, Abstandsregeln und Co., ist die Hoffnung, die uns alle antreibt.

Britische Forscher zeichnen in ihrer aktuellen Studie nun ein eher düsteres Bild. Die Studie basiert auf Daten zur Corona-Pandemie und bezieht durch ein mathematisches Modell Aspekte wie z.B. Schätzungen zur Impfstoffwirksamkeit, altersabhängige Faktoren, wechselndes Infektionsgeschehe sowie unterschiedlich ausgeprägte Lockdown-Maßnahmen in die Berechnung mit ein. Auf Basis dieser Variablen wurde untersucht, wie sich die geplante Impfkampagne auf die Ausbreitung von SARS-CoV-2 wahrscheinlich auswirken wird.

Die Ergebnisse der Forscher sind dabei ernüchternd: Die Impfung gegen SARS-CoV-2 als Stand-Alone-Maßnahme zur Pandemie-Bekämpfung wird nicht zu ihrer Eindämmung führen. Selbst wenn alle impfwilligen Erwachsenen mit beiden Impfdosen versorgt sind, werden sogar im optimistischsten Prognoseszenario ohne das Einhalten zusätzliche Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln viele Neuansteckungen und Todesfälle zu beklagen sein.

Alle Ergebnisse der Studie sind abrufbar unter: https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(21)00143-2/fulltext#seccestitle10

 

 

 

 

 

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