Checkliste für die Anschaffung von Luftreinigern

Der Einsatz von mobilen Luftreinigern zur Verbesserung der Lufthygiene in geschlossenen Räumen ist sinnvoll, muss aber gut geplant werden. Erst wenn Sie eine Reihe von Kriterien bei der Anschaffung von Luftreinigern berücksichtigen, können die Geräte ihre volle Wirkung entfalten.

Um Sie dabei zu unterstützen, bieten wir Ihnen eine Checkliste an. Sie beinhaltet grundlegende Punkte, die Sie bei der Auswahl Ihres Geräts prüfen sollten.

Die zurzeit angebotenen mobilen Luftreiniger sind ausschließlich zum Einsatz in geschlossenen Räumen vorgesehen. In halboffenen oder offenen Räumen können Sie Lufthygiene nur durch fachmännisch geplante Lüftungskonzepte herbeiführen.

Ebenso können mobile Luftreiniger bei ungünstiger Positionierung und bei gleichzeitig geöffneten Fenstern oder Türen nicht wirksam betrieben werden (1). Denn durch diese Öffnungen verändern sich die Strömungsverhältnisse in jeden Raum signifikant. Dieses Phänomen kennen Sie vielleicht aus eigener Erfahrung: Wird zum Beispiel auf einem Balkon geraucht, der schräg über Ihrem Zimmer liegt, strömt der Zigarettenrauch durch Ihr Fenster in den Raum.

6 Check-Punkte für den Einsatz von Luftreinigern

Die meisten Luftreiniger saugen die Luft unten an und bringen sie an der Oberseite wieder in den Raum ein. Dadurch soll eine Luftwalze im Raum entstehen

  1. Den Einsatzzweck genau ermitteln:
  • Ist eine gelegentliche Nutzung zum Beispiel für Besprechungen oder eine tägliche beziehungsweise dauerhafte Nutzung vorgesehen?
  • Wie viele Personen befinden sich bei den unterschiedlichen Szenarien im Raum?
  • Sind sonstige Emissionsquellen im Raum vorhanden?
  • Wird der Luftreiniger in einem lärmsensiblen Umfeld genutzt? Dann sollten Sie auf den Schalldruck achten. Lesen Sie dazu Punkt 5 der Liste.
  • Ist eine hohe Effektivität (Abscheidegrad) der Luftreinigung erforderlich?
  1. Funktionsprinzip des Luftreinigers auswählen:
  • Lesen Sie hierzu unseren Artikel zu den Funktionsprinzipien der Luftreiniger. Wägen Sie anschließend die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Funktionsprinzipien für Ihren Einsatzzweck ab.
  • Berücksichtigen Sie, dass für den Einsatz außerhalb von Wohnräumen grundsätzlich nur Geräte mit HEPA-H14-Filtern oder UV-C-Technik in Frage kommen.
  • Wählen Sie ein Gerät aus, bei dem für die Installation eine übliche Steckdose ausreicht. Der Aufwand für die Installation sollte also gering sein.
  1. Raumzustand und Raumnutzung ermitteln:
  • Berechnen Sie das Raumvolumen durch Multiplikation von Länge, Breite und Höhe des Raums.
  • Erfassen Sie eine eventuell vorhandene besondere Möblierung. Dabei kommt es vor allem auf Möbel an, die als Raumteiler wirken.
  • Ermitteln Sie die Kapazität des vorgesehenen Stromanschlusses und prüfen Sie, ob diese für den Dauerbetrieb ausreicht. Sollen in einer Nutzungseinheit in zahlreichen Räumen Luftreiniger betrieben werden, muss auch die insgesamt zur Verfügung stehende elektrische Leistung ermittelt werden.
  1. Standort und Ausrichtung des Luftreinigers festlegen:

    Die meisten Luftreiniger saugen die Luft unten an und bringen sie an der Oberseite wieder in den Raum ein. Dadurch soll eine Luftwalze im Raum entstehen. (Bildquelle: Istockphoto.com: JUNHO JI)

  • Grundsatz 1: Die Positionierung des Gerätes ist mit Blick auf die Luftausblasrichtung so zu wählen, dass die belastete Luft nicht wieder zu den Personen zurückgeblasen wird. Die gefilterte saubere Luft sollte je nach Raumnutzung so ausgeblasen werden, dass sie direkt oder indirekt zu den Personen gelangt, aber dort nicht zu Zugerscheinungen führt.
  • Grundsatz 2: Auf der anderen Seite soll nur dort Luft zur Filtrierung angesaugt werden, wo sie bereits durch die Atemluft oder andere Emissionen im Raum belastet ist. In Räumen mit vielen Personen sammelt sich die belastete Luft in der Regel unter der Decke. Damit das Gerät die Luft dort ansaugen kann, muss entweder an diesem Ort ein Ansaugstutzen positioniert werden oder das Gerät muss im gesamten Raum eine Luftwalze ausbilden, damit die belastete Luft knapp über dem Fußboden wieder zum Gerät zurückgespült wird.
  • Grundsatz 3: Verhindern Sie einen Kurzschluss, indem Sie das Gerät so auswählen und aufstellen, dass nicht unten diejenige Luft angesaugt wird, die bereits gereinigt oben austritt. Die filtrierte Luft muss durch gesamten den Raum strömen und nicht in einer Schleife angesaugt und wieder ausgegeben werden.
  • Grundsatz 4: Prüfen Sie den Raum auf mögliche Zugerscheinungen und reduzieren sie diese so weit wie möglich. Dann erreichen Sie einen hohen Wirkungsgrad der Luftreinigung.
  1. Luftdurchsatz und Lautstärke berücksichtigen:
  • Luftwechsel: Wichtig für die Effektivität der Luftreinigung ist die Luftwechselrate pro Stunde. Empfohlen wird, dass sich die Luft im Raum mindestens sechs Mal pro Stunde austauscht. Eine andere Messgröße ist, dass sich mindestens 40 m³ Raumluft je Stunde und Person wechseln. Beispiel: Bei einem Raumvolumen von 100 m³ muss das Gerät also mindestens 600 m³ Luft pro Stunde reinigen können.

    Luftfilter

    Der künftige Einsatzort ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des richtigen Gerätes.

  • Lautstärke: Berücksichtigen Sie den Schalldruckpegel des Geräts. Der maximale Schalldruck darf in Arbeitsumgebungen nicht über 47 dB liegen. In Lernumgebungen sollte er 40 dB nicht überschreiten. Prüfen Sie bei der Geräteauswahl, ob Angaben vorhanden sind, in welchem Abstand der Schalldruck gemessen wurde.
  • TIPP: Überlegen Sie, ob Sie ein Gerät mit höherer Luftwechselrate einsetzen können. Das kann dann so eingestellt werden, dass es zum Beispiel bei 2/3 seiner Leistung leiser läuft. Grundsätzlich muss ein Gerät stufenlos regelbar sein. So könnten Sie den Geräuschpegel bei hoher Leistung senken.
  1. Folgekosten und Wartungsaufwand berücksichtigen:
  • Prüfen Sie, wie oft Sie, abhängig vom Betriebsszenario, die Filter wechseln sollen. Dazu unser Tipp: Filterflächen, die im Verhältnis zur Luftwechselrate groß sind, verlängern die Wechselintervalle und reduzieren den Stromverbrauch.
  • Prüfen Sie, wie einfach der Filter zu wechseln ist.
  • Informieren Sie sich darüber, ob über den Filterwechsel hinaus noch weiterer Wartungsaufwand durch geschultes Fachpersonal erforderlich ist.
  • Vergleichen Sie bei Ihren favorisierten Geräten die Kosten für die Ersatzfilter.
  • Wichtig ist auch, dass Sie die Verfügbarkeit der Ersatzfilter kennen.

Schlussbemerkung: Ein Produkt menschlicher Atmung ist der Ausstoß von CO2. Eine zu hohe Konzentration von CO2 in der Raumluft ist ungesund. Luftreiniger können CO2 nicht aus der Raumluft heraus filtern. Deshalb muss in geschlossene Räume regelmäßig Frischluft zugeführt werden, um den CO2-Gehalt der Luft zu reduzieren. Das bedeutet nichts anderes als dass Sie regelmäßig stoßlüften sollten.

Die Checkliste steht steht zum Download bereit unter: LuftHygienePro_Checkliste_Luftreiniger

(1) Das gelegentliche kurzzeitige Öffnen von Türen ist unerheblich. Sollen Luftreiniger in Räumen mit fortlaufendem Publikumsverkehr betrieben werden, bedarf es einer entsprechenden Schleuse („Windfang“) im Eingangsbereich um die Wirkung eines Luftreinigers weitgehend zu erhalten.

 

 

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